Warschau, Polen
Auf Erfolgskurs

Zwei Gebäude. Zwei Herausforderungen bei der Modernisierung. In einem stand der Betrieb nie still. Das andere konnte sich gegen den Abriss behaupten. In beiden werden nun neue Massstäbe in Sachen Effizienz, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit gesetzt.
Ein Comeback
In Warschau stehen neben Wohnblöcken aus vergangenen Zeiten neue, glänzende Glas- und Stahltürme. Mitten unter ihnen der V Tower, der im Jahr 2000 erstellt wurde.

Im obersten Stockwerk des V Towers deutet Bartłomiej Wiórkiewicz, Senior Technical Specialist, während eines Kontrollgangs der verschiedenen neuinstallierten Aufzüge auf verschiedene Wolkenkratzer, die heute die Skyline Warschaus bestimmen. «Die wurden alle in den letzten zehn Jahren gebaut», sagt er mit einem stolzen Lächeln. «Früher sah die Stadt ganz anders aus.»
Als der V Tower im Jahr 2000 errichtet wurde, gehörte er mit seinen 22 Stock-werken kurzzeitig zu den höchsten Gebäuden in Warschau. Heute wirkt er bescheiden, mit seiner schlichten Glasfassade und den vier brutalistischen Podien, die sein Fundament bilden.
Im Inneren zeigt sich jedoch der wirkliche Glanz des modernisierten V Towers – ein Paradebeispiel dafür, wie mit durchdachter Modernisierung einem Gebäude neues Leben eingehaucht werden kann, ohne seinen architektonischen Charakter zu verändern.
Ursprünglich als Warta Tower bekannt, diente das Gebäude zwei Jahrzehnte lang als Hauptsitz von Polens grösster Versicherungsgesellschaft – dem Unternehmen, das ihm seinen Namen gab.
Im Jahr 2020 änderte sich der Immobilienmarkt. Im Hauptgeschäftsviertel Warschaus setzten neue Gebäude mit attraktiven Angeboten für Mieter und hohen Umweltstandards neue Massstäbe. Gebäudebesitzer sahen sich vor die Wahl gestellt: nicht mehr konkurrenzfähig sein, modernisieren oder verkaufen.
Cornerstone Investment Management erkannte das Potenzial des V Towers – und der Büroflächen generell – lange vor der Konkurrenz. Sie erwarben das Hochhaus mit einer klaren Vision: Abriss kam nicht infrage. Stattdessen sollten im Gebäude erstklassige, hochgradig nachhaltige Büros im Stadtzentrum entstehen – unter Wahrung seines historischen Charakters.
Die Modernisierung ging weit über kosmetische Veränderungen hinaus. Alle wichtigen Gebäudesysteme wurden überholt – vom Heizungs- und Klimasystem über die Elektrik bis hin zu IT und Gebäudemanagement – mit Blick auf Nachhaltigkeit. Die markante dunkelblaue Fassade, ein prägendes Merkmal des ursprünglichen Warta Towers, blieb erhalten, wurde aber mit verbesserter Isolierung ausgestattet, um modernen Energieeffizienzstandards zu entsprechen.
Die Ziele waren ehrgeizig: BREEAM- und LEED-Zertifizierungen sowie die europäische Auszeichnung «Barrierefreie Gebäude», die nur bei Einhaltung strengster Standards vergeben wird. Berührungsloser Zugang zur Einhaltung von Sicherheits- und Hygienemassnahmen rückte in den Fokus, und hochwertige Innenausstattungen mit edlen Materialien und eleganten Oberflächen kamen hinzu.
Die historisch wertvollen ikonischen Elemente des Gebäudes – seine einzigartige Architektur, die üppigen Patios und terrassenförmigen Innenhöfe –wurden bewahrt und aufgewertet.
Innerhalb dieser umfassenden Gebäuderenovation spielten die Aufzugsanlagen eine zentrale Rolle. Die Aufzüge waren über 20 Jahre alt – und extrem energie-intensiv.
Paweł Zawieja, Head of New Installations Project Management, wusste von Anfang an, worum es ging: «In unseren ersten Gesprächen mit dem Kunden konnten wir genau aufzeigen, welche Emissionseinsparungen durch den Wechsel zu unseren Aufzügen möglich sind», erklärt er. «Wir zeigten anhand von Simulationen, wie die Schindler-PORT-Technologie den Personenfluss im Gebäude verbessert, die Wartezeiten optimiert und den Energieverbrauch markant reduziert.»

Das Projekt umfasste den Austausch von 19 Aufzügen: 13 Schindler 3000 im Hauptturm, alle gesteuert durch Schindler PORT, fünf Schindler 5000 für die vier Podien und einen Schindler 6000 für den Feuerwehreinsatz.
Die Ergebnisse sprechen für sich: Durch die Modernisierung mit den Schindler-Aufzügen konnte der Energieverbrauch um 50% reduziert werden – ein Beweis für die enormen Vorteile der modernen Schindler-PORT-Technologie.
Dank sämtlicher baulicher Massnahmen wird das Gebäude nun jährlich über 2 000 Tonnen an CO2 einsparen – eine Reduktion von über 40% gegenüber der Situation vor der Modernisierung. Hinzu kommen 30 000 Tonnen eingespartes CO₂ durch Umgestaltung statt Abriss – das entspricht einer Reduktion von 85% gebundenen Kohlenstoffs.
Die Energie- und CO₂-Einsparungen sind nur ein Teil der Auswirkungen. Die modernisierten Aufzüge verändern auch die Ästhetik des Gebäudes und unterstreichen seinen Hightech-Charakter. «Wir haben eng mit dem Gebäudemanagement und den Architekten zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass die Modernisierung den ursprünglichen Charakter respektiert», sagt Bartłomiej Wiórkiewicz. Die Aufzüge im Hauptturm sind mit digitalen Bildschirmen ausgestattet, und jedes Detail – von der Materialauswahl bis zu den Designoberflächen – wurde so gewählt, dass es sich nahtlos in die neuen Innenräume und Lobbybereiche einfügt.
Die Modernisierung der Aufzüge wurde in einem engen Zeitrahmen umgesetzt – trotz unerwarteter Herausforderungen. Einige Schachtmasse wichen erheblich von den Plänen ab, was Anpassungen vor Ort erforderte. Keine Anlage glich der anderen, sodass keine Standardlösung möglich war.
Hinzu kam, dass das Gebäude während der Modernisierung teilweise belegt blieb, sodass sie etappenweise erfolgen musste, um die Verfügbarkeit von Aufzugskapazitäten zu gewährleisten.
«Durch sorgfältige Planung und Flexibilität konnten wir jede Herausforderung erfolgreich bewältigen», erklärt Piotr Zieliński, Head of New Installations Key Projects. «Bei Projekten dieser Grössenordnung sind perfekte Zeitpläne nötig, aber oft nicht realistisch – Anpassungsfähigkeit und Problemlösungskompetenz machen den Unterschied.»
Die über Jahre bei komplexen Modernisierungsprojekten gesammelte Erfahrung ist entscheidend. Bartłomiej Wiórkiewicz erklärt: «Ein gut eingespieltes Team sieht und behebt Störfaktoren, bevor es kritisch wird. Fortschritte, Prioritäten und Anpassungen wurden regelmässig über klar definierte Kanäle mit dem Gebäudemanagement abgestimmt.»
Paweł Tański, Regional Sales Manager, ergänzt: «Gemeinsam konnten wir jedes Problem lösen und dem Kunden einen persönlichen Service bieten. Das ist entscheidend.»
Und das blieb beim Kunden nicht unbemerkt. «Von Anfang an hat sich das Schindler-Team sehr mit dem Gebäude befasst und ein tiefes Verständnis für den Umfang und die Komplexität der Modernisierung entwickelt», sagt Karol Klin von Cornerstone Investment Management. Das Unternehmen wurde seinem Ruf gerecht. Wie Karol Klin ergänzt: «In Polen steht Schindler für Qualität.»
Der V Tower mag zwar nicht das höchste Gebäude der Skyline sein, er glänzt aber durch andere Qualitäten wie seine Beständigkeit und die durch die Modernisierung erlangten Vorteile der neuen Technologien.
Vom «Schloss» zu einem Ort der Begegnung
Der 82 Meter hohe, 22-stöckige V Tower, ursprünglich unter dem Namen Warta Tower bekannt, wurde in den 1990er-Jahren im Auftrag eines Milliardärs gebaut. Weil gewisse Teile des Turms nur für ihn zugänglich waren, erhielt das Gebäude in der Bevölkerung den Spitznamen «Schloss». Nun hat es diesen abgelegt und erstrahlt als Bürogebäude und Begegnungszentrum im Herzen des Warschauer Hauptgeschäftsviertels in neuem innerem Glanz.
Karol Klin, Commercial Director bei Cornerstone Investment Management, den Eigentümern des Gebäudes, erklärt, warum Nachhaltigkeit, digitale Lösungen und Gemeinschaftsgeist entscheidend sind.
Warum hat Cornerstone beschlossen, in den V Tower zu investieren?
Der V Tower ist die grösste Investition in die Sanierung eines Bürogebäudes in Polen – es sind 33 000 Quadratmeter Bürofläche. Wir haben früh eine Chance im Bereich Gewerbeimmobilien erkannt.
Die Nachfrage nach zentral gelegenen, hochwertigen Büroflächen in Warschau steigt – und bei begrenzten Neuinvestitionen und wenig verfügbarem Bauland gibt es eine erhebliche Angebotslücke. Ich bin überzeugt, dass die Sanierung bestehender Büroflächen der richtige Weg ist. Und unsere frühe Investition in Projekte wie den V Tower zeigt, dass wir bereit sind, diese Lücke zu schliessen.
Wie würden Sie die Philosophie des Gebäudes beschreiben?
Es geht um Gemeinschaft. Wir wollten eines der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt bewahren, aber gleichzeitig modernisieren, den Spitznamen «Schloss» loswerden und einen Raum für die Allgemeinheit schaffen. Im Jahr 2022 haben wir in Zusammenarbeit mit dem UNHCR ein Jahr lang ukrainische Flüchtlinge untergebracht. Heute gibt es Co-Working-Bereiche und Veranstaltungsflächen.
Warum haben Sie sich für eine Sanierung statt für Abriss und Neubau entschieden?
Durch die Sanierung konnten wir die vielschichtige Geschichte des Gebäudes bewahren, die hochwertigen Materialien aus dem Baujahr 2000 erhalten und die Umweltbelastung minimieren – und gleichzeitig einen Raum schaffen, der den Bedürfnissen moderner Mieter entspricht. So haben wir 30 000 Tonnen CO₂ eingespart.
Wie wichtig ist Ihnen Umweltschutz?
Sehr wichtig. Wir wollten ein energieeffizientes Gebäude schaffen – wir betrachten den Klimawandel und was dieser mit der Erde macht, mit grosser Sorge. Darum haben wir die 20 Jahre alten Aufzüge durch brandneue Schindler-Anlagen mit Schindler-PORT-Technologie ersetzt und konnten so den Energieverbrauch sofort um 50 Prozent senken.
Warum haben Sie sich für Schindler als Partner für die Aufzüge entschieden?
In Polen steht Schindler für Qualität und hochwertige Aufzüge. Und das hat sich von Anfang an deutlich gezeigt. Das Team hat sich sehr mit dem Gebäude und seiner Geschichte befasst und verstand den Umfang der geplanten Umgestaltung wie auch die Herausforderung, 19 Aufzüge in unterschiedlichem Zustand zu modernisieren.
Die von Schindler angebotenen Lösungen haben uns überzeugt. Berührungsloser Zugang war für uns eine Priorität – aus Gründen der Sicherheit und der Hygiene. Regelmässige Nutzer können über eine App auf ihrem Mobiltelefon einen Aufzug rufen. Für Gäste gibt es zeitlich beschränkte QR-Codes, mit denen sie nur vorab festgelegte Etagen während eines bestimmten Zeitraums betreten können.
Wir arbeiten auf BREEAM- und LEED-Zertifizierungen hin – die wir in Kürze erwarten – sowie auf die europäische Zertifizierung «Barrierefreies Gebäude», die nur Gebäude, die strenge Standards für Barrierefreiheit erfüllen, erhalten. Uns war bewusst, dass Schindler-Aufzüge diese Bemühungen unterstützen würden.
Und auch bei der Vermietung des Gebäudes sind Mobilitätslösungen von Schindler ein zugkräftiges Argument.

«Bei der Vermietung des Gebäudes sind Mobilitätslösungen von Schindler ein zugkräftiges Argument.»
Karol Klin Commercial Director bei Cornerstone Investment Management
«Mit unseren Produkten und unserem Service wird der Alltag angenehmer.»
Wir haben uns mit Marcin Łoskot, Länderchef Schindler Polen, unterhalten. Wenn er nicht gerade mit seinem Motorrad durch die polnische Landschaft fährt oder ein Hard-Rock-Konzert besucht, leitet er die Niederlassung in einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der EU.

Marcin Łoskot, wie würden Sie den aktuellen polnischen Aufzugsmarkt beschreiben?
Der Markt für Neuanlagen ist ziemlich gesättigt, das Wachstum hängt von der generellen Bautätigkeit ab. Im Modernisierungsgeschäft sehen wir das grösste Wachstum.
Warum steht das Modernisierungsgeschäft für Schindler in Polen im Fokus?
Eine grosse Anzahl von Anlagen in Polen sind älter als 20 Jahre und müssen dringend umgerüstet werden. Dies macht das Modernisierungsgeschäft zu einer strukturellen, langfristigen Chance.
Eine Modernisierung bedient drei wesentliche Aspekte: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Viele Aufzüge erfüllen weder die gestiegenen Sicherheits- oder technischen Standards noch die Erwartungen der Kunden.
Durch eine Modernisierung können Gebäudeeigentümer die Lebensdauer ihrer Anlagen verlängern, die Energieeffizienz verbessern und die neuesten digitalen Funktionen integrieren – wie Fernwartung und vorausschauende Wartung. Dadurch können sie ihre Gebäude in einem wettbewerbsintensiven Markt attraktiver machen.
Welches sind Schindlers Stärken?
Unsere Stärke liegt in der Kombination aus Schweizer Ingenieurskunst und fundiertem lokalem Know-how. Unsere Techniker und Projektmanager gelten als vertrauenswürdige Berater, nicht nur als reine Dienstleister.
Unser Modernisierungsangebot ist modular und kundenorientiert. Wir können unsere Leistungen an die individuellen Bedingungen, Budgets und Zeitpläne anpassen. Diese Flexibilität ist besonders wichtig bei Modernisierungsprojekten in Gebäuden, in denen parallel das Leben weitergeht.
Wir verfolgen einen Full-Lifecycle-Ansatz – wir installieren nicht nur Aufzüge, sondern bleiben Gebäudeeigentümern und -verwaltern ein verlässlicher Partner über die gesamte Dauer, in der die Anlage läuft.
Wir haben uns im Bereich Innovation – insbesondere bei digitalen Lösungen – eine starke Reputation aufgebaut. Mit Projekten wie dem Varso Tower in Warschau haben wir unsere führende Rolle in Technologie und im Management von komplexen Grossprojekten bewiesen. Wir lieferten 57 Aufzüge, darunter 12 Doppeldecker, ausgestattet mit Schindler-PORT-Technologie, sowie acht Fahrtreppen, und setzten in der Bauphase Schindler R.I.S.E und den Schindler CLIMB Lift ein.
Und letztlich unterscheidet uns unsere Servicekultur. Wir reagieren schnell, Transparenz und Sicherheit sind fest in unserer Arbeitsweise verankert – und Kunden schätzen dies, was sich immer wieder in ihrem Feedback zeigt.
Was sind die grössten Heraus-forderungen im Modernisierungs-geschäft?
Die beiden grössten Hürden sind Wissen und Finanzierung. Viele Gebäudeeigentümer unterschätzen die Sicherheits- und Energierisiken beim Betrieb veralteter Anlagen. Gleichzeitig erfordert Modernisierung eine Investition im Voraus – was für Wohnungsgenossenschaften oder Eigentümer kleinerer Gebäude schwierig sein kann.
Regierungsinitiativen wie Accessibility+, die Gebäudeanpassungen für Menschen mit Behinderungen finanzieren, sind ein guter Anfang – aber sie reichen bei Weitem nicht aus, um den Investitionsbedarf zu decken.
Wie beeinflussen Nachhaltigkeit und ESG-Aspekte Kundenentscheidungen?
Die meisten Gebäudeeigentümer haben ESG-Aspekte in ihre Strategien integriert. Sie werden zu einem entscheidenden Faktor bei der Projektauswahl – sowohl für Neuanlagen als auch für Modernisierungen. Kunden wollen Lösungen, die den Energieverbrauch senken, den CO₂-Fussabdruck reduzieren und Standards wie BREEAM oder LEED berücksichtigen. Wer Schindler wählt, setzt auf einen Partner mit konsequenten ESG-Prinzipien.
Persönlich gefragt: Was motiviert Sie, Schindler Polen zu führen?
Wir können tagtäglich mit unseren Produkten und unserem Service das Leben angenehmer machen. Das spornt mich enorm an.
Aufzüge mögen wie Infrastruktur im Hintergrund erscheinen, aber sie sind entscheidend für Barrierefreiheit, Sicherheit und wie wir Städte erleben.
Wir haben mehrere Modernisierungsprojekte in Wohngebäuden durchgeführt, die den Alltag der Bewohner wirklich erleichtern. Unsere Anlagen sorgen für ein angenehmeres Fahrgefühl, sind zuverlässiger und machen die Gebäude für ältere Menschen und Familien mit Kindern zugänglicher. Damit schaffen wir es vielleicht nicht in die Schlagzeilen, aber sie machen das Leben angenehmer – und darauf sind wir sehr stolz.
Es ist unglaublich erfüllend zu wissen, dass wir für mehr Lebensqualität in den Städten sorgen. Und ich bin überzeugt, dass wir mit unseren Mitarbeitenden, unserer Technologie und unserer Vision gut aufgestellt sind, um diese Umgestaltung auch in den kommenden Jahren mitzuprägen.
Medizinische Versorgung ohne Unterbrechungen
In den vergangenen 60 Jahren ist das Kinder-Gesundheitszentrum in Warschau erheblich gewachsen. Nun hat das Krankenhaus seine Aufzüge modernisiert, um den Betrieb auch in Zukunft zu gewährleisten – kein leichtes Unterfangen an einem Ort, der niemals stillsteht.

Die Wände des Kinder-Gesundheitszentrums (CZD) in Warschau sind voller Kunst und Farbe. Monster schneiden Grimassen, Superhelden zeigen ihre Stärke, und Comic-Tiere lächeln freundlich. Die lebendigen Szenen in den endlosen Fluren des Spitals, wo Kinder lange Tage in Behandlung verbringen, bieten eine willkommene Ablenkung und Trost.
Im grössten pädiatrischen Krankenhaus Polens wird rund um die Uhr gearbeitet. Familien bewegen sich zwischen den Etagen – von Arztgesprächen zum Röntgen und weiter zu den Stationen. Medizinisches Personal transportiert Geräte und Materialien quer durch die verschiedenen miteinander verbundenen Gebäude. Spezialisten gehen von Patient zu Patient. In den Operationssälen wird ein Eingriff nach dem anderen durchgeführt.
Dabei sind die Aufzüge ununterbrochen in Betrieb – sie transportieren Patienten, Eltern, Ärzte, Betten, Rollstühle und medizinische Geräte von einem Stockwerk zum anderen.
Als im Kinder-Gesundheitszentrum beschlossen wurde, die in die Jahre gekommene Aufzugsanlage zu modernisieren, war die Vorgabe klar: Das Gebäude durfte nicht stillstehen, nicht einmal für eine Stunde, und die Patientenversorgung durfte in keiner Weise beeinträchtigt werden.
Dessen war sich auch Marcin Markowski bewusst, der die Modernisierung von 17 Aufzügen auf dem Krankenhausgelände sowie die Installation von fünf neuen Aufzügen im neu errichteten Psychiatrie- und Onkologieflügel leitete. «Wir mussten höchste Sicherheitsstandards für Mitarbeitende und Patienten gewährleisten, den Krankenhausbetrieb so wenig wie möglich stören und gleichzeitig den Zugang zu Aufzügen für Patienten und Notfalldienste sicherstellen», erklärt Marcin Markowski.
Die Planung erforderte chirurgische Präzision. Nach sorgfältiger Analyse der Anforderungen des Krankenhauses verbrachten Marcin Markowski und seine Kollegen Wochen damit, sämtliche möglichen Szenarien, die bei der Modernisierung auftreten könnten, zu notieren. Sie erfassten Schächte und Maschinenräume, prüften die Tragfähigkeit der Struktur und analysierten potenzielle Konflikte zwischen Aufzugskabeln, elektrischen Systemen und Belüftung. Für jeden der 22 Aufzüge wurden detaillierte Zeitpläne erstellt.
Das Grundprinzip war einfach: In jeder Zone durfte jeweils nur ein Aufzug ausser Betrieb sein und mindestens einer musste weiterhin laufen. Den Krankenhausbetrieb so wenig wie möglich zu stören, wurde zum Mantra des Teams. Arbeiten wurden um den OP-Kalender herum geplant. Teams arbeiteten nachts und an Wochenenden. Temporäre Abschirmungen um die Schachttüren gewährleisteten Sicherheit und minimierten Staubbelastung, um die strengen Hygieneanforderungen und Sterilitätsstandards einzuhalten.
Trotz aller Vorbereitung brachte das Projekt einige Herausforderungen mit sich. Die weitläufige Struktur des Krankenhauses erforderte zunächst Orientierungssinn. «Anfangs war es schwierig, sich in Gebäuden zurechtzufinden, die durch Hunderte von Fluren verbunden sind – allein der Hauptflur für die Technik ist 320 Meter lang», erzählt Marcin Markowski, der seit 17 Jahren für Schindler tätig ist.

Die Aufzugsschächte wiesen Krümmungen auf, die sich durch den jahrzehntelangen Einsatz gebildet hatten. Ein Aufzug musste umgebaut werden, um zusätzlich auch den Maschinenraum mitzubedienen. Mitten im Projekt kam noch dazu, dass zwei Aufzüge für Feuerwehrstandards umgerüstet werden mussten – eine Änderung, die wiederum Anpassungen der Systeme und der Zeitplanung erforderte. «Unsere Flexibilität war ständig gefordert», erinnert sich Marcin Markowski.
Rückblickend betont er die einzigartigen Herausforderungen des Projekts: «Aufzüge in einem Krankenhaus zu modernisieren, in dem der Betrieb weiterläuft, ist anspruchsvoller als an anderen Orten. Die Koordination ist komplexer, die operativen Zwänge grösser. Die Anforderungen an Barrierefreiheit und Sicherheit sind höher. Der Zeitplan ist enger, die Zeitfenster kürzer. Man arbeitet in einer Umgebung, in der das Leben der Menschen davon abhängt, dass alles funktioniert.»
Für Marlena Kiliszek, Key Account Managerin Modernisierung bei Schindler, war das Projekt zudem eine Gelegenheit zu zeigen, dass Schindler auch komplexe Situationen, wo vieles auf dem Spiel steht, meistert. «Es braucht viel Einfühlungsvermögen und Verständnis, um die besonderen Anforderungen eines Krankenhauses zu erfassen. Die Gespräche mit Ärzten, der Verwaltung und vielen anderen Involvierten dienen dazu, zu verstehen, was es wirklich braucht», erklärt sie.
Die Aufzüge im Kinder-Gesundheitszentrum entsprechen nun den Standards einer führenden medizinischen Einrichtung: maximale Kabinenbreite für Betten und Geräte, Türen mit durchgehenden Lichtvorhängen, robuste Stahlschwellen. Für Barrierefreiheit sorgen Induktionsschleifen für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen, Sprachsteuerung in der Kabine und Braille-Beschriftungen.
Im Hintergrund reduzieren energiesparende regenerative Antriebe die Umweltbelastung. Alle Einheiten sind in das Gebäudemanagementsystem integriert und mit Cloud-Konnektivität für Ferndiagnose und Wartung über das Schindler Technical Operations Center ausgestattet.
Das Projekt beweist, dass eine grossangelegte Modernisierung in einem Krankenhaus ohne Störung des laufenden Betriebs möglich ist – und ohne zusätzliche Belastung in einer ohnehin stressigen Umgebung. Mit modernisierten Aufzügen kann sich das Krankenhaus nun auf das konzentrieren, was es am besten kann: Kindern helfen, gesund zu werden – während Superhelden und Comicfiguren weiterhin über sie wachen.