Shanghai, China
Mit Herz dabei

Das wachsende Metronetz der Stadt und ein gemeinschaftlich verwaltetes Wohnbauprojekt zeigen, dass Modernisierung auch Ausdruck von Fürsorge und verantwortungsvollem Handeln sein können.
Modernisierung der Metro
Es fällt schwer, sich vorzustellen, wie Shanghai ohne sein Metrosystem funktionieren könnte. Es gehört zu den verkehrsreichsten der Welt. Über 10 Millionen Menschen nutzen es täglich, um sich in der Stadt fortzubewegen.

«Ich nehme jeden Tag die Metro zur Arbeit. Sie ist sehr praktisch», sagt Yichao Shi, Schindler-Techniker, während er seinen Elektroroller vor der Dabaishu-Metrostation der Linie 3 parkiert. «Die Metro deckt so viel von der Stadt ab. Es ist viel einfacher, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen als früher, und Roller sind grossartig für die Strecken dazwischen», fügt er mit einem Lächeln hinzu.
Heute ist Yichao Shi für Routinekontrollen an den sechs Fahrtreppen der Station hier. Das Team hat kürzlich 191 Fahrtreppen in mehreren Metrostationen entlang der Linien 3 und 6 modernisiert, die ursprünglich 2000 bzw. 2007 eröffnet wurden.
Seit der Eröffnung der Linien 3 und 6 ist Shanghai stark gewachsen. Allein das Metrosystem ist nun dreimal so gross. Die Fahrgastzahlen sind enorm gestiegen und es ist wichtiger denn je, ältere Stationen umzurüsten und auf den neuesten Stand zu bringen.
Nach fast 20 Jahren Hochleistungsbetrieb tagein, tagaus mussten die Fahrtreppen erneuert werden. «Die Fahrtreppen in diesen Stationen transportieren täglich sehr viele Fahrgäste», sagt Ke Yang, General Manager von Schindler Shanghai. «Dass sie reibungslos funktionieren, ist für den Betrieb essenziell. Nur so lassen sich Engpässe in Stosszeiten vermeiden. Die grösste Herausforderung bestand darin, die Fahrtreppen zu modernisieren, ohne den Betrieb in den Stationen und die weitere Umgebung zu stören.»

Hier kam Schindler INTRUSS® zum Einsatz. Eine innovative Lösung, ideal gerade für solche engen Zeitfenster. Anstatt die gesamte Anlage auszubauen, blieb der vorhandene Fahrtreppenträger bestehen. Die alten Teile wurden entfernt, der Träger gereinigt und mit einer speziellen Rostschutzbeschichtung behandelt, um Korrosion zu verhindern. Anschliessend wurden neue Komponenten eingebaut – ohne strukturelles Redesign oder lange Verzögerungen. Alt raus, neu rein.
«Mit dieser Methode können wir verschiedene Anlagearten modernisieren, nicht nur Schindler-Fahrtreppen, sondern auch Anlagen von anderen Anbietern», erklärt Yini Shi, Senior Engineer und Schindler-INTRUSS®-Expertin. Auch wenn es einfach klingt, erfordert es doch fundierte Kenntnisse der Fahrtreppenbauteile und Installationsmethoden.
Das Team verschaffte sich vor Ort einen genauen Überblick über die Fahrtreppen, bevor mit den Installationsarbeiten begonnen wurde. Die vorgängig detaillierte Planung und die fachlich ausgereifte Installationsmethode ermöglichten eine Schritt-für-Schritt-Herangehensweise, die Präzision, Sicherheit und optimale Leistung sicherstellte.

«Diese Methode optimiert die Installationszeit, da Anpassungen vor Ort auf ein Minimum reduziert werden. So sparen wir Zeit», sagt Yini Shi.
Alle Bauarbeiten fanden nachts, nachdem die letzten Züge die Stationen verlassen hatten, statt.
Die Fahrtreppen wurden nicht einfach ersetzt, sondern ihre Funktionsweise wurde erheblich verbessert. Die Anlagen sind jetzt sicherer und energieeffizienter.
Die Fahrtreppen sind nun über die Cloud mit dem Technical Operations Center (TOC) verbunden und werden fernüberwacht, was ihre Zuverlässigkeit erhöht und wartungsbedingte Störungen reduziert. So lassen sich Betriebszeiten optimieren und Verzögerungen reduzieren.
«Insgesamt funktionieren die neuen Fahrtreppen reibungsloser und sind effizienter als die vorherigen», sagt Yichao Shi. «Die Upgrades haben das Pendeln für hunderttausende Menschen verbessert. Sie kommen nun noch leichter dorthin, wo sie hin müssen», fügt er hinzu, während er in einen Zug steigt, um seine Arbeit an der nächsten Station entlang der Linie fortzusetzen.
Ein expandierender Service
Quer durch Pudong, dem Finanzviertel von Shanghai, sind es nicht nur die Wolkenkratzer über der Erde, die ins Auge fallen. Auch die unterirdischen Stationen der Metrolinie 14 sorgen für Aufsehen.

«Die Stationen sind wirklich beeindruckend», sagt Ke Yang, General Manager der Schindler-Niederlassung Shanghai. Mit einzigartigen Designs und riesigen LED-Installationen – die ihre Farben wechseln und entlang von Wänden und Decken pulsieren – sind die Stationen der Linie 14 selbst zu Attraktionen geworden. «Unsere Fahrtreppen spielen eine entscheidende Rolle, um die Stationen funktionsfähig und betriebsbereit zu halten», ergänzt Ke Yang.
Als die Linie Ende 2021 eröffnet wurde, um den Osten mit dem Westen der Stadt zu verbinden, installierte das Team insgesamt 237 Schindler-9700-Fahrtreppen. Sie überbrücken Höhen zwischen 4 und 15 Metern in 14 Metrostationen entlang des Pudong-Abschnitts der Linie 14, von Lujiazui bis Guiqiao Road.
«Heute warten wir Hunderte von Fahrtreppen auf den Linien 3, 5, 6 und 14 sowie der Shanghai Maglev (einer Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahn, die den Flughafen Shanghai Pudong mit der Station Longyang Road verbindet)», sagt Qingshou Zhang, Senior Manager im Shanghai Technical Operations Center (TOC). «Und alle sind über unser TOC verbunden und werden fernüberwacht.»
Die Möglichkeit, diese Anlagen zu überwachen, hat die Wartungsabläufe revolutioniert. Alle Installationen in China müssen alle 15 Tage überprüft werden.
Bei Infrastrukturprojekten wie der Metro Shanghai liefern vernetzte Anlagen unserem Team wertvolle Echtzeitinformationen, die es ermöglichen, einen umfassenderen Service zu bieten – zum Vorteil von Kunden und Endnutzern.
«Dank der Fernüberwachung können wir uns im Voraus vorbereiten», erklärt Liang Xu, Existing Installations Manager. «Das spart enorm viel Zeit. Ausserdem trägt sie dazu bei, die Ausfallzeiten auf ein Minimum zu beschränken – so können die Stationen weiterhin aus den richtigen Gründen für Aufsehen sorgen.
In Shanghai geboren und aufgewachsen
Liang Xu, Existing Installations Manager, spricht darüber, wie sich Shanghai seit seiner Kindheit verändert hat.
Wie lange sind Sie schon bei Schindler?
Ich bin seit meinem Abschluss an der Technikerschule im Unternehmen. In den 1980er-Jahren war Schindler eines von nur vier chinesisch-ausländischen Joint Ventures. Ich konnte als junger Techniker Verantwortung übernehmen und an vielen verschiedenen Projekten mitarbeiten. Ich bin seitdem bei Schindler, immer in Shanghai. Es sind jetzt über 35 Jahre.
Wie hat sich Shanghai als Stadt in dieser Zeit verändert?
Sehr. Wenn die Leute heute an Shanghai denken, ist es meist das Panorama mit dem Fluss und der Skyline voller dicht gedrängter Wolkenkratzer. Aber als ich klein war, gab es in Pudong (Shanghais Finanzdistrikt) keine Hochhäuser.
Ich bin in den 1970er-Jahren geboren, habe die Zeit der Reform und Öffnung miterlebt. Die Stadt hat sich zu einer Finanzmetropole von grosser internationaler Bedeutung entwickelt.
Wie würden Sie die Zusammenarbeit mit der Metro Shanghai beschreiben?
Als ich bei Schindler anfing, hatte die Stadt noch keine Metro. Aber nun deckt das Metronetz jede Ecke Shanghais ab.
Wir arbeiten seit 1999 mit der Metro Shanghai zusammen und hatten immer eine gute Partnerschaft. Ich denke, das ist einer der Gründe, warum wir für die kompletten Erneuerungen der Fahrtreppen in den Stationen entlang der Linien 3 und 6 ausgewählt wurden.
Was ist die grösste Herausforderung für Ihr Team? Und wie gehen Sie damit um?
Die Metro Shanghai ist zentral für den öffentlichen Nahverkehr der Stadt, viele Menschen sind darauf angewiesen. Wir müssen sicherstellen, dass die Fahrtreppen funktionieren. Wir haben jederzeit Techniker für die Wartung und Störungsbehebung einsatzbereit.
Die Fernüberwachung hat unsere Arbeit sehr erleichtert. Früher konnten wir nur vor Ort Fehlerprotokolle prüfen oder mit Multimetern Schalter testen, um Probleme zu diagnostizieren. Jetzt erhalten unsere Mitarbeitenden Benachrichtigungen und können das Problem oft schon identifizieren, bevor sie an der Station ankommen.
Dank eines Frühwarnsystems wissen wir von kleineren Störungen, können vorbeugend Massnahmen ergreifen und das Ausfallen der Anlage verhindern. Das ist vergleichbar mit regelmässigen Gesundheitschecks, und zwar für alle unsere Anlagen, und hilft unseren Servicetechnikern, Probleme schneller zu erkennen und zu lösen.
So sind wir beispielsweise früh über ein Problem an einer sehr frequentierten Metrostation benachrichtigt worden, konnten schnell eingreifen, noch bevor dort die Fahrtreppe stillstand. Das Ersatzteil kam über Nacht direkt aus der Fabrik und wurde sofort verbaut. Die Fahrtreppe war am nächsten Morgen um 5:30 Uhr wieder voll in Betrieb. Dank dieser eingespielten Teamarbeit zwischen unseren Kollegen vor Ort und in der Fabrik konnten hunderttausende Fahrgäste die Metro uneingeschränkt nutzen, und unsere Kunden waren auch zufrieden.
«Fernüberwachung bedeutet, dass wir schon wissen, was los ist, bevor wir bei einer Anlage ankommen.»
Liang Xu, Existing Installations Manager für das Metroproject in Shanghai
Wohnungsmodernisierungen
Shanghai ist eine Metropole mit über 24 Millionen Einwohnern. Zahlreiche Wohnanlagen liegen direkt neben den modernen Hochhäusern, für die die Stadt berühmt ist, und in unmittelbarer Nähe von Restaurants, Geschäftszentren und Verkehrsanbindungen in alle Richtungen.

Eine dieser Anlagen ist Yipin New Building Garden im zentralen Hongkou-Distrikt der Stadt. Die geschlossene Wohnanlage mit 698 Wohnungen besteht aus 24 Gebäuden mit jeweils 16 Stockwerken. Hinter den Toren säumen Ginkgobäume die ruhigen Wege, Katzen sonnen sich auf den Eingangsstufen – man vergisst leicht, dass man sich so nah am Zentrum einer der grössten Städte der Welt befindet.
Doch ein Zuhause, in dem man sich geborgen fühlt, bedarf mehr als einer idyllischen Umgebung. Es erfordert eine Infrastruktur, die Tag für Tag reibungslos funktioniert.
Im März 2024 entschied eine Arbeitsgruppe aus Hausverwaltung, Eigentümerkomitee und Bewohnervertretern, die Aufzüge zu modernisieren, die seit der Eröffnung des Komplexes im Jahr 2003 in Betrieb waren.
«Es gab viele kleine Probleme mit den Aufzügen, und nach 20 Jahren häuften sich diese immer mehr», erklärt Youguo Wang, Eigentümer und Berater der Gemeinschaft. «Die Aufzüge sind für unser tägliches Leben sehr wichtig, besonders für diejenigen, die weiter oben wohnen.»
«Sie waren in die Jahre gekommen», ergänzt Wen Zhu, die gewählte Vertreterin für Gebäude 6. «Auch wenn unser Aufzug noch recht gut funktionierte, wollten wir nicht warten, dass er ausfällt, um ihn zu ersetzen.»
Die von der chinesischen Regierung angekündigten Subventionen für Aufzugsmodernisierungen in Form von nationalen, ultralangfristigen Staatsanleihen begünstigten die Entscheidung der Arbeitsgruppe.
«Diese neuen Regeln haben die Eigentümer zum Nachdenken gebracht», sagt Sherry Sun, Vice President Modernization bei Schindler China. «Dann war es unsere Aufgabe, ihnen zu zeigen, dass wir der richtige Partner für den Job sind.» Dabei war es entscheidend, den Wert einer Komplettlösung, die Schindler von der Herstellung der Bauteile über die Installation bis hin zur Wartung bieten kann, aufzuzeigen.

«Das hat Sicherheit vermittelt und ein gutes Gefühl gegeben, dass wir die richtige Wahl getroffen haben», sagt Wen Zhu. «Zwei der anderen Unternehmen, mit denen wir sprachen, nutzen für die Wartung Drittanbieter, Schindler aber kümmert sich um alles selbst.»
Haibing Xiao, der Schindler-Projektmanager bei Yipin New Building Garden, erklärt, dass moderne, funktionale und effiziente Aufzüge, die das Leben der Bewohner einfacher und bequemer machen, geliefert werden sollten. Insgesamt modernisierte das Team 23 Anlagen – eine pro Gebäude – mit massgeschneiderten Aufzügen, neuen Hauptseilen, Motoren und Steuerungen, um sicherzustellen, dass alle den modernen Sicherheitsstandards entsprechen.
«Während des gesamten Projekts waren die Bewohner weiterhin vor Ort», sagt Haibing Xiao. «Wir mussten also jederzeit eine sichere Umgebung gewährleisten und auf den Geräuschpegel achten.»
Lärmintensive Arbeiten in den frühen Morgen- und in den Abendstunden wurden vermieden und Kernkomponenten vorgefertigt, um die Arbeiten vor Ort zu reduzieren. Ausserdem wurde Bauschutt in Säcken verpackt und regelmässig entfernt, um die Gebäude sauber zu halten.
Da jedes Gebäude nur einen Aufzug hat, war es entscheidend, die Bewohner über Fortschritte und Zeitplanung zu informieren – und sich daran zu halten.
«Ganz ohne Beeinträchtigungen für die Bewohner ging es nicht, aber der Prozess und der Zeitplan wurden gut kommuniziert, sodass die Leute wussten, was passiert und was sie erwarten konnten», erklärt Lili Yin, Property Management Manager. «Das Schindler-Team war sehr professionell und ging auf alle Bedenken ein, die während der Installation der einzelnen Aufzüge aufkamen.»
Die Fahrt mit den neuen Aufzügen ist angenehmer und komfortabler und noch dazu schneller. Die Geschwindigkeit hat sich fast verdoppelt. Spiegel in den Kabinen lassen die Aufzüge grösser und heller wirken, und die Handläufe sind praktisch für ältere Bewohner.
«Wir mögen diese Funktionalitäten sehr», sagt Yingfen Hu. «Sie machen das Leben für die Menschen, die hier wohnen, angenehmer. Wir haben damit in die Werterhaltung der Immobilie investiert, konnten die Betriebskosten senken und die Gebäude fit für die Zukunft machen.»